Aktuelle Publikation aus dem Hause Weder: „Die CSR-Debatte in den Printmedien“. Ist CSR nur ein Kürzel ohne Bedeutung?  

Es buzzt in der PR-Szene. Neben dem Storytelling (note to self: braucht dringend eigenen Beitrag!) schwirren seit einiger Zeit drei Buchstaben durch die Kommunikationsszene: CSR. In einem ersten Versuch in Richtung Videoblog, der dann aus verschiedenen Gründen leider  bei der Nullnummer stecken geblieben ist, haben wir uns diesem Thema schon einmal genähert. Jetzt gibt es detailliertere Überlegungen auch in Buchform: Die Habilitation von Franzisca ist in gedrucktem Format auf dem Markt. Der Titel: „Die CSR-Debatte in den Printmedien – Anlässe, Themen, Deutungen„, erschienen im Facultas-Verlag, 2012.

Die Studie untersucht die Medienberichterstattung über CSR in 26 Printmedien aus Österreich, Deutschland und der Schweiz der letzten 10 Jahre. Die wichtigsten Ergebnisse in Kurzform:

  • CSR kommt vor – aber ’nur‘ im Rahmen tugendethischer Debatten in der Wirtschaftsberichterstattung: Insbesondere individuelles Fehlverhalten (Stichwort: Managergehälterdebatte) wird in Bezug gesetzt zur Idee der ‚Verantwortung‘. Eine wirkliche Auseinandersetzung mit CSR und damit ein Diskurs über Verantwortlichkeiten von Personen und Organisationen findet – zumindest in den untersuchten Printmedien aus dem deutschsprachigen Raum – nicht statt.
  • Wenn CSR näher erläutert wird, dann normativ und mit einseitigen Argumenten: CSR ist ein Wertschöpfungsfaktor und bei einer expliziten Orientierung an den Stakeholdern nicht zu umgehen – dies sind die häufigsten, eher normativ bzw. positivistischen Frames, mit denen  unternehmerisches Handeln gedeutet wird. Leider findet diese Definition und/oder ‚Ausdeutung‘ des Kürzels überhaupt nur in einem Viertel der untersuchten Artikel statt.
  • ‚Bedeutung‘ und ‚Deutung‘ von CSR – Zukunftspotentiale für die PR: CSR ist heute ein beliebter Kontext, eine Metareferenz, um insbesondere im Bereich der Wirtschaftsberichterstattung ein bestimmtes Ereignis oder Verhalten zuzuordnen bzw. einzubetten. Dementsprechend zeigt die Studie bisher ungenütztes Potential für das unternehmerische Themenmanagement: Neue, auch kontroverse Deutungen und Argumente sind dringend gesucht!

2 Kommentare
  1. Mathias
    Mathias sagte:

    Interessantes Thema! Täuscht mich der Eindruck, dass die (Print)Medien da aber ein Stück weit hinter der unternehmerischen Realität her hinken? Ich habe den Eindruck das CSR im Denken von Unternehmern fester verankert ist, als dies medial den Anschein hat.

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    • Franzisca Weder
      Franzisca Weder sagte:

      Möglicherweise – oder: sehr wahrscheinlich. Dafür spricht, dass wenn CSR in den (Print)medien thematisiert wird, dies im Wirtschaftsteil bzw. in den Wirtschaftsblättern passiert.
      Problem oder zukünftiger Studienansporn: Wenn CSR vorkommt dann eben immer als eine Art ‚Überthema‘, mit dem eine unternehmerische Aktivität ‚verlinkt‘ wird. Die Verantwortungdimensionen (wer ist wem gegenüber verantwortlich, wofür und v.a. vor welcher Instanz) werden hingegen nicht wirklich dargestellt, geschweige denn diskutiert. Deshalb fehlt auch – so die Schlussfolgerung in Bezug auf die Studienergebnisse – eine breite Berichterstattung in anderen Ressorts oder z.B. auf regionaler bzw. lokaler Ebene (wo die Unternehmen ja fast noch CSR-aktiver sind, es nur nicht als solches ‚labeln‘).

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