PR aus Klagenfurt – ja und?

Oder die Frage, warum die PR-Agentur immer am Unternehmensstandort sein muss.

PR aus KlagenfurtZugegeben, die Frage im Titel klingt ein wenig wie aus dem Mund eines eingeschnappten Kindes, dem gerade der Lieblingsteddy aus den Händen gerissen wurde. Ich habe meinen Teddy aber noch bei mir. Und eingeschnappt, nicht wirklich. Nachdenklich vielleicht. Denn seit ich meine PR-Zelte in Klagenfurt aufgeschlagen habe, werde ich immer wieder mit einer Frage konfrontiert: PR aus Klagenfurt für Österreich? Geht das?

Als ich selbst noch in Wien gearbeitet und gelebt habe, kam mir diese Frage nicht in den Sinn. Warum auch, ich lebte im geschäftlichen Epizentrum Österreichs. Von 371.408 Arbeitsstätten im Jahr 2008 in Österreich sind 157.363 in Ostösterreich. Knapp die Hälfte aller Unternehmen in Österreich gruppieren sich also in und um Wien (Quelle: Statistik Austria, ÖNACE 2008). Zum Vergleich: Kärnten wird mit 25.026 Arbeitsstätten ausgewiesen. Wer weiter Prozentrechnen will, bitte sehr. Mir reicht die Erkenntnis, dass die Geschäftschancen in Wien deutlich größer sind – und klarerweise die Konkurrenz auch.

Unternehmen in Wien wählen Agenturen aus Wien, und in Klagenfurt aus Klagenfurt. Über den Stadt- und Tellerrand zu blicken, weitestgehend Fehlanzeige. Wenige Etats verirren sich aus den regionalen Grenzen heraus in andere Länder. Auch die Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation in der Wirtschaftskammer Kärnten hat das erkannt. Die Kampagne: Create!Carinthia. Das Ziel: Markenbildung für die Fachgruppe und die Mitglieder, Kommunikationsetats in Kärnten halten und nach Kärnten holen. Ich hoffe und drücke die Daumen, dass nach den großen Ankündigungen der vergangenen Fachgruppensitzung auch Taten folgen. Bislang ist grade mal das Logo online, sonst allerdings ist noch wenig zu hören/lesen/spüren.

Beratungsqualität als Auswahlfaktor #1

Doch warum ist das so, dass die Unternehmen und Agenturen in den Länder praktisch unter sich bleiben? Die Fahrtkosten können es nicht sein, oder? Journalistenkontakte? Ein wenig, vielleicht. Die fehlende Notwendigkeit, sich aufgrund des regionalen Angebots weiter umzuschauen als nötig. Wohl schon. Gedanken schießen mir in den Kopf: Büro in Wien aufmachen!? Wir stark erhöht allein der Standortfaktor das Interesse an der Wederei? Ich kenne ein, zwei Leute, die dieses Klagenfurt-Wien-Modell schon realisiert haben, und damit keine schlechten Erfahrungen gemacht haben sollen.

Aber mal ehrlich: Die Welt hat sich gewandelt. Auto, Telefon, Email, Internet, Social Media. Kein Unternehmen ist mehr weit von seiner PR-Agentur entfernt – und die Welt nicht von den Agenturen. Klar, zuerst muss man gehört und gesehen werden. Was für mich danach aber am Ende des Tages übrig bleibt: Die Qualität der Beratung, die Stimmigkeit der Ansätze, der Ideenreichtum und leistungsgerechte Kosten! Das sind für mich die Auswahlkriterien. Für die Unternehmen, die Kommunikationsetats vergeben, hoffentlich auch. Und wenn diese Qualität aus Klagenfurt kommt, warum nicht!

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